Zigarre richtig rauchen: Anschneiden, Anzünden, Genießen
Vom richtigen Schnitt über das Anzünden bis zum letzten Drittel: So holst du das Maximum aus jeder Zigarre heraus.
Eine Zigarre zu rauchen ist kein Sprint, sondern eher ein Ritual mit klaren Etappen. Wer die einzelnen Schritte kennt, verhindert die häufigsten Fehler und erlebt, wie sich Geschmack und Intensität von Zug zu Zug verändern.
Schritt 1: Der richtige Anschnitt
Fast jede Zigarre hat am Kopf (dem Ende, das man in den Mund nimmt) eine geschlossene Kappe, die entfernt werden muss – sonst gelangt kein Rauch in den Mund. Die gängigste Methode ist der gerade Schnitt mit einer Zigarrenschere oder einem Guillotine-Cutter: 2 bis 4 Millimeter vom Kopf abschneiden, sodass man direkt auf die Tabakeinlage blickt, aber das Deckblatt außen intakt bleibt.
- •Gerader Schnitt (Guillotine): Der Klassiker, funktioniert bei fast jedem Format
- •V-Schnitt (Cat's Eye): Schneidet nur eine keilförmige Öffnung, konzentriert den Rauch
- •Bohrer/Punch: Sticht ein rundes Loch – schont die Kappe, engt den Zug aber leicht ein
- •Bei spitz zulaufenden Formaten (Torpedo, Pirámide) reicht meist ein kleiner Schnitt an der Spitze
Wichtig: nicht zu viel abschneiden. Ist der Schnitt zu tief, kann sich das Deckblatt lösen und die Zigarre franst beim Rauchen aus.
Schritt 2: Richtig anzünden
Zigarren werden nicht wie Zigaretten angesteckt, sondern langsam geröstet. Am besten eignen sich ein Butan-Feuerzeug, lange Streichhölzer oder Zedernholzspäne – Benzinfeuerzeuge und normale Streichhölzer hinterlassen einen chemischen Beigeschmack.
- 1.Die Zigarre schräg über die Flamme halten, ohne sie zu berühren, und langsam drehen, bis das Fußende gleichmäßig schwarz glüht (das sogenannte Vorwärmen).
- 2.Erst danach die Zigarre in den Mund nehmen und beim sanften Ziehen die Flamme direkt ans Fußende führen.
- 3.Zwischendurch das Glutbild prüfen: Es sollte rundum gleichmäßig sein. Ungleichmäßiges Abbrennen lässt sich meist noch in den ersten Zügen korrigieren.
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Zigarre jetzt erkennen lassenSchritt 3: Der Genuss selbst
Der Rauch einer Zigarre wird nicht inhaliert, sondern im Mundraum gehalten und dort „geschmeckt“ – ähnlich wie beim Verkosten von Wein oder Whisky. Ein Zug alle 30 bis 60 Sekunden reicht völlig aus. Wird zu häufig gezogen, überhitzt die Zigarre, das Aroma wird bitter und der Rauch beißt im Hals.
Die drei Drittel einer Zigarre
- •Erstes Drittel: mild, oft blumig oder nussig, die Zigarre „öffnet“ sich
- •Zweites Drittel: intensiver, hier zeigen sich die meisten Aromen am deutlichsten
- •Letztes Drittel: kräftiger, würziger, oft mit mehr Nikotinwirkung
Wird die Asche zu lang, kann sie von selbst abbrechen – ein kurzes, sanftes Abklopfen am Aschenbecherrand verhindert das. Erlischt die Zigarre zwischendurch, lässt sie sich problemlos erneut anzünden, solange sie nicht komplett ausgekühlt ist.
Wann ist Schluss?
Spätestens wenn das letzte Drittel erreicht ist und die Zigarre unangenehm heiß oder bitter schmeckt, sollte man sie ablegen. Es gilt nicht als unhöflich, eine Zigarre nicht komplett zu Ende zu rauchen – im Gegenteil, erfahrene Genießer legen sie bewusst beiseite, sobald der Höhepunkt überschritten ist.