Zigarren richtig lagern: Humidor, Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Ohne die richtige Lagerung verliert jede Zigarre schnell an Qualität. So funktioniert ein Humidor – und so rettest du ausgetrocknete Zigarren.
Zigarren bestehen aus Naturtabak – und der reagiert empfindlich auf Umgebungsbedingungen. Zu trocken, und die Zigarre wird krümelig, verbrennt zu schnell und schmeckt beißend. Zu feucht, und es drohen Schimmel sowie Tabakkäfer. Die Lösung heißt Humidor: ein Behältnis, das ein stabiles Mikroklima schafft.
Die ideale Luftfeuchtigkeit
Der Zielbereich liegt bei 65 bis 72 % relativer Luftfeuchtigkeit, viele Kenner pendeln sich bei rund 70 % ein. In diesem Bereich bleibt der Tabak elastisch, brennt gleichmäßig ab und behält sein volles Aromaspektrum. Die Temperatur sollte dabei möglichst konstant zwischen 16 und 21 °C liegen – starke Temperaturschwankungen begünstigen das Wachstum von Tabakkäfer-Eiern, die in praktisch jedem Tabak in geringer Zahl vorhanden sind, bei Wärme aber aktiv werden können.
Wie ein Humidor funktioniert
Ein klassischer Humidor besteht aus einem mit spanischer Zeder ausgekleideten Holzkasten. Das Zedernholz reguliert nicht nur die Feuchtigkeit, sondern verleiht dem Tabak beim Lagern auch feine, zusätzliche Aromen. Kernbestandteile sind:
- •Ein Feuchtigkeitsspender (Humidifier) – meist mit destilliertem Wasser oder spezieller Lösung befüllt
- •Ein Hygrometer zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit (analog oder digital, digital ist präziser)
- •Eine möglichst luftdichte Kasten-Konstruktion, damit die Feuchtigkeit nicht entweicht
Einen neuen Humidor einrichten (Seasoning)
- 1.Das Innere mit einem leicht angefeuchteten, fusselfreien Tuch abwischen (kein tropfnasses Wasser direkt auf das Holz)
- 2.Den Feuchtigkeitsspender vollständig auffüllen und für 24 bis 48 Stunden ohne Zigarren in den Humidor legen
- 3.Hygrometer beobachten, bis sich ein stabiler Wert um 70 % eingestellt hat
- 4.Erst danach die ersten Zigarren einlagern
Behalte deine Sammlung im Blick
Erfasse jede Zigarre in deinem Humidor digital – mit Marktpreis, Herkunft und Format auf einen Blick.
Zum PortfolioAlternativen für kleine Sammlungen
Wer nur gelegentlich Zigarren kauft, braucht keinen großen Holzhumidor. Für kleinere Mengen eignen sich Tupperdore (luftdichte Kunststoffboxen mit Feuchtigkeitsspender) oder spezielle Humidor-Taschen für unterwegs. Wichtig ist in jedem Fall ein funktionierender Feuchtigkeitsspender und ein Hygrometer – ohne diese beiden Komponenten trocknen Zigarren auch in einer geschlossenen Box langsam aus.
Ausgetrocknete Zigarren retten
Eine zu trocken gewordene Zigarre ist nicht automatisch verloren. Wird sie zurück in einen Humidor mit 65 bis 72 % Luftfeuchtigkeit gelegt, kann sie innerhalb von etwa zwei bis drei Wochen wieder die nötige Feuchtigkeit aufnehmen. Wichtig ist dabei Geduld: Eine zu schnelle Rehydrierung – etwa durch direktes Befeuchten – kann das Deckblatt reißen lassen. Der langsame Weg über den Humidor ist der einzig sichere.
Häufige Lagerfehler
- •Zigarren im Kühlschrank lagern – die trockene Kühlluft entzieht ihnen Feuchtigkeit
- •Den Humidor in direkter Sonne oder Heizungsnähe aufstellen – Temperaturschwankungen begünstigen Tabakkäfer
- •Verschiedene Zigarrenmarken ungeschützt direkt nebeneinander lagern – Aromen können sich über Wochen vermischen
- •Den Feuchtigkeitsspender vergessen nachzufüllen – die häufigste Ursache für ausgetrocknete Sammlungen